Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer. Hier erfahren Sie, wie die gestreckte Prüfung grundsätzlich aufgebaut ist und wie Sie sich Schritt für Schritt gut darauf vorbereiten.
Die Prüfung im Überblick
Die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten endet mit einer Abschlussprüfung. Zuständig ist die jeweilige (Landes-)Zahnärztekammer. Sie organisiert die Prüfung, nimmt sie ab und informiert über Termine und Anmeldung.
Seit der neuen Ausbildungsordnung von 2022 gibt es eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen. Teil 1 findet etwa zur Mitte der Ausbildung statt, Teil 2 am Ende. Beide Teile zusammen ergeben Ihr Gesamtergebnis. Teil 1 ist also keine reine Übung, sondern zählt bereits für den Abschluss.
Die genauen Prüfungsbereiche, Formate und Termine legt die Zahnärztekammer fest. Sie können sich je nach Kammerbezirk im Detail unterscheiden. Fragen Sie deshalb frühzeitig bei Ihrer Zahnärztekammer nach und halten Sie engen Kontakt zu Ihrer Berufsschule. Wie die gesamte Ausbildung aufgebaut ist, lesen Sie im Beitrag Ablauf der ZFA Ausbildung.
Was in der Prüfung zählt
Geprüft wird, ob Sie die Aufgaben einer ZFA sicher beherrschen. Das sind im Kern dieselben Inhalte, die Sie in Praxis und Berufsschule lernen:
- Assistenz am Behandlungsstuhl und Behandlungsabläufe
- Hygiene und Medizinprodukteaufbereitung
- Patientenempfang und Betreuung
- Terminplanung, Dokumentation und Praxisorganisation
- Abrechnung nach BEMA und GOZ
- Röntgen und Strahlenschutz
- Grundlagen der Prophylaxe
Welche Inhalte in welchem Prüfungsteil vorkommen, erfahren Sie von Ihrer Berufsschule und Ihrer Zahnärztekammer. Verlassen Sie sich dabei nicht auf Hörensagen, sondern auf die offiziellen Informationen.
Ihr Vorbereitungsplan
Eine gute Vorbereitung beginnt nicht erst wenige Wochen vor der Prüfung. Wer kontinuierlich lernt, geht deutlich entspannter in beide Prüfungsteile. Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie die Vorbereitung sinnvoll verteilen können:
| Zeitraum | Was Sie tun können |
|---|---|
| Von Beginn an | Ausbildungsnachweis sorgfältig führen, Fragen sammeln, regelmäßig wiederholen |
| Einige Monate vor Teil 1 | Mit der Berufsschule klären, welche Inhalte relevant sind, Lücken gezielt schließen |
| Kurz vor Teil 1 | Wiederholen, Abläufe in der Praxis bewusst üben, ausreichend schlafen |
| Nach Teil 1 | Ergebnis besprechen, Schwächen erkennen, Lernplan für Teil 2 anpassen |
| Vor Teil 2 | Alle Bereiche wiederholen, besonders Abrechnung und Hygiene, Lerngruppen nutzen |
Praktische Lerntipps
Jeder lernt anders. Trotzdem haben sich einige Grundregeln bewährt. Sie helfen Ihnen, den Stoff nachhaltig zu verankern:
- Verbinden Sie Theorie und Praxis. Achten Sie im Praxisalltag bewusst auf Themen aus dem Unterricht.
- Lernen Sie in kleinen Portionen. Kurze, regelmäßige Einheiten wirken besser als lange Nächte vor der Prüfung.
- Erklären Sie anderen den Stoff. Wer etwas erklären kann, hat es verstanden.
- Nutzen Sie Ihre Ausbilderin oder Ihren Ausbilder. Bitten Sie darum, schwierige Abläufe noch einmal gemeinsam durchzugehen.
- Bleiben Sie bei der Abrechnung dran. BEMA und GOZ erfordern Übung. Arbeiten Sie früh mit echten Fällen aus der Praxis.
Mehr dazu, wie Sie Schule und Praxis sinnvoll verzahnen, lesen Sie im Beitrag Berufsschule und Praxis.
Prüfungstag und Prüfungsangst
Ein wenig Aufregung vor der Prüfung ist völlig normal. Sie kann sogar helfen, konzentriert zu bleiben. Wenn die Angst aber sehr groß wird, sprechen Sie darüber, etwa mit Lehrkräften, Ihrer Praxis oder anderen Auszubildenden. Oft hilft es schon, zu wissen, dass es anderen genauso geht. Auch kleine Routinen können helfen, etwa eine kurze Pause vor dem Start oder bewusstes, ruhiges Atmen.
Bereiten Sie den Prüfungstag gut vor. Klären Sie rechtzeitig, wann und wo die Prüfung stattfindet und was Sie mitbringen müssen. Diese Informationen erhalten Sie von Ihrer Zahnärztekammer. Planen Sie den Weg mit genügend Puffer ein. So vermeiden Sie unnötigen Stress am Morgen.
Prüfungsregeln, Termine und Anmeldefristen können je nach Kammerbezirk unterschiedlich sein. Verbindliche Auskünfte erhalten Sie nur bei Ihrer Zahnärztekammer.
Nach der Prüfung
Mit bestandener Abschlussprüfung sind Sie staatlich anerkannte Zahnmedizinische Fachangestellte. Nun stehen Ihnen viele Wege offen. Sie können in Zahnarztpraxen, in der Kieferorthopädie, in der Oral- und Kieferchirurgie, in Zahnkliniken oder Medizinischen Versorgungszentren arbeiten. Über die Zahnärztekammern können Sie sich später fortbilden, zum Beispiel zur ZMP, ZMV, ZMF oder DH. Einen Überblick bietet der Beitrag Aufstieg nach der Ausbildung.
Auch Erwachsene, die über eine Umschulung zur ZFA werden, legen die Prüfung vor der Zahnärztekammer ab. Ein Weg dorthin ist die ZFA-Umschulung im Blended Learning von Care-er. Der AZAV-zertifizierte Bildungsträger aus Berlin verbindet drei Tage online mit zwei Tagen Praxis. Die Dauer beträgt 2,5 bis 3 Jahre. Bei Erfüllung der Voraussetzungen ist die Ausbildung zu 100 % förderfähig über Bildungsgutschein oder Qualifizierungschancengesetz. Wer besonders gute Leistungen zeigt, kann sich außerdem über eine mögliche Verkürzung informieren. Mehr dazu lesen Sie unter ZFA Ausbildung verkürzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Abschlussprüfung ZFA ist gestreckt und besteht aus zwei Teilen.
- Teil 1 findet etwa zur Mitte statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung.
- Zuständig ist die jeweilige (Landes-)Zahnärztekammer.
- Details zu Inhalten und Terminen erfahren Sie bei Kammer und Berufsschule.
- Kontinuierliches Lernen und die Verbindung von Theorie und Praxis sind der beste Weg.